Die Kirche St. Laurentius, ein gotischer Backsteinbau, wird von Havelbergern meist nur Stadtkirche genannt. Sie ist auf der Stadtinsel Havelbergs in unmittelbarer Nachbarschaft zu Marktplatz und Rathaus gelegen.

Kirche St. Laurentius auf der Havelberger Stadtinsel

Blick auf die Kirche St. Laurentius (li. im Bild) und Dom St. Marien, Havelberg im 17. / 18. Jh.
Sie ist ein markantes Bauwerk auf der Stadtinsel und prägt mit dem Dom St. Marien das Stadtbild von Havelberg aus südlicher Sicht. In der Kirche St. Laurentius finden in den Sommermonaten regelmäßig Gottesdienste statt. Für Veranstaltungen musikalischer Art wird sie ebenfalls genutzt.
Zum genauen Alter der Kirche existieren keine Aufzeichnungen.
Aus heutiger Sicht wird ein Baubeginn um 1300 angenommen, eine erste schriftliche Erwähnung der Kirche im Jahre 1340 verbindet sich mit der Stiftung von Nebenaltären.
Die Kirche auf der Stadtinsel gliedert sich in Westturm, ein dreischiffiges Langhaus und einem in fünf Seiten des Achtecks geschlossenen Chor. Im 15. Jahrhundert entstand westlich am Turm ein zweistöckiger Vorbau mit einer Türmerwohnung.
1459 wurde eine Votivtafel mit Kreuzigungsrelief neben dem Westportal eingefügt, darüber fand ein Sühnekreuz seinen Platz. Im 17. Jahrhundert erhielten Nord- und Südseite des Chores Anbauten. Im Innern der Kirche St. Laurentius gibt es ein hölzernes Kreuzgewölbe.
Nach der Reformation war der Chorraum mit einer flachen Kassettendecke versehen. Die darin enthaltenen rund 70 Porträtbilder wurden wahrscheinlich um 1750 überputzt. Durch den Einbau des hölzernen Kreuzgewölbes in den Dachraum im Jahre 1854 verschwanden sie und wurden erst 1989 bei Dachreparaturen entdeckt.
An dem Kirchenbau St. Laurentius gab es immer wieder durch Brände, Blitzschläge, Kriege und den zu weichen Untergrund der Stadtinsel Veränderungen.

Kirche St. Laurentius auf der Havelberger Stadtinsel - Orgel
Heute findet man an Ausstattung und Einbauten u.a.:
aus dem 15 Jh. verzierter Sakristeischrank
aus dem 16. / 17. / 18. Jh Grabplatten
aus dem 17. / 18. Jh. Porträts und Gemälde
aus dem 17. Jh. Spätrenaissancekanzel
aus dem 18. Jh. bronzener Taufständer
aus dem 18. Jh. Orgel von Gottlieb Scholtze
Einige Ausstattungsstücke (u.a. Altarleuchter und Sandsteinfiguren 17. Jahrhundert, hölzernes Kruzifix um 1330) fanden ihren Platz kurz nach der Gründung des Havelberger Prignitz-Museums 1904 im Sammlungsbestand und sind dort auch heute ausgestellt.
Literatur:
Havelberg-kleine Stadt mit großer Vergangenheit – Mitteldeutscher Verlag, 1998