Monatsspruch Mai 2012

Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird.
1. Tim 4,4

„Lichtblicke…“

Wir hatten einen wunderschönen sonnigen Herbst. Wenn Licht in unser Leben hineinkommt, tut uns das wohl… – Es ist ein Zeugnis des Glaubens, dass wir etwas  gegen die Dunkelheiten setzen, angefangen mit der Laternentradition am Martinstag (11.11.), mit den Lichtern an den Gräbern – wir gedenken im Licht des Glaubens, also österlich, unserer Toten, im Bewusstsein, das Gott keinen vergisst. Die Adventszeit dann ist durchzogen von vielen Lichtblicken, erst vorsichtig und wartend, dann erstrahlt das Christfest in vollem Licht: „…Ich lag in tiefster Todesnacht, du warest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben Freud und Wonne…“ (aus EG 37) – Die Klarheit des Herrn leuchtet, wie der Engel zu Weihnachten verkündet: „…euch ist heute der Heiland geboren…“ (Lukas 2,11) – Solche Lichtblicke wollen uns erfüllen, wo wir leben und arbeiten, in Gedanken und Empfindungen. In den Seelen soll es hell werden, gerade dort, wo es (noch) so dunkel erscheint. „Die Nacht ist schon im Schwinden, macht euch zum Stalle auf…“ (aus EG 16) – Es sind wirkliche Lichtblicke, die zu feiern sind. Beachten wir sie – mitten im Trubel der alltäglichen wie festlichen Eindrücke; und lassen wir sie weiterwirken ins neue Jahr hinein. Uns allen Gottes Segen zum Weihnachtsfest und im neuen Jahr 2012!
Ihr Pfarrer N. Merten.

“Lasset uns nun gehen“ …

Jutta Hubeny

Ich liebe den Sommer mit seiner Wärme, den unzähligen Blüten und verschiedensten Düften. Es macht mich einfach glücklich, die Sonne und lauen Nächte zu genießen!
Und jedes Jahr fällt es mir schwer, mich mit dem Gedanken zu beschäftigen, dass diese Zeit abgelöst wird von Nebel, Nässe, Dunkelheit.
Und jedes Jahr nu stelle ich fest, dass gerade diese langen Abende, die vielen bunten Lichter, der knisternde Kamin etwas Verbindendes, etwas Anheimelndes haben. Ich beginne zu begreifen, dass ohne diese kalte Jahreszeit der froh machende Sommer vielleicht gar nicht so schön wäre!
Und ich öffne mich der Musik, dem Tannengrün, dem Kerzenschein, dem nahenden Weihnachtsfest.
Wie gut wir es doch haben in unserer Gemeinde!
Da sind immer gute Geister, die das Allernotwendigste zum Gelingen der Weihnachtstage beitragen. Die Kirchen – beide – Dom und Stadtkirche, müssen von der dicken Staubschicht und vom Schmutz der vielen Schuhe der Besucher befreit werden, die Tannenbäume müssen besorgt und geschmückt werden.
Ein ganz wichtiger, zeitraubender Aspekt ist das Einüben des jährlichen Krippenspiels. Es hat sich zur guten Tradition entwickelt. Da müssen die Texte gelernt, die Kostüme angepasst werden. Es gehören Podeste, Kulissen dazu, ein wärmender Punsch, der den Atem im eiskalten Dom nicht gefrieren lässt.
Daneben haben die Chöre ihre so wichtigen Auftritte. Nicht immer ist es leicht, allen Anforderungen gerecht zu werden; Terminabsprachen, konzentrierte Proben stehen im Vordergrund, dabei wird ungeteilte Aufmerksamkeit erwartet – wir wollen doch etwas vermitteln, etwas verkündigen! Aber gerade die Musik, allem voran das Weihnachtsoratorium, das auch dieses Jahr wieder erklingen wird, schafft es immer aufs Neue, Freude, Ruhe, Entspannung zu schenken.
Und so kommt Glanz in die dunkle Zeit, wir können uns geborgen fühlen und mit den Hirten sagen: “Lasset uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die uns der Herr kundgetan hat.”

Jutta Hubeny

Ab 1. November 2011 – Vakanzvertretung im Dompfarramt Havelberg

Ab 1. November 2011 ist die Vakanzvertretung für den Pfarrsprengel Havelberg an Pfarrer Norbert Merten aus Rühstädt übertragen worden.
Dank dem Engagement der Mitglieder der Gemeindekirchenräte (Havelberg, Nitzow) sowie Kantorat und weiteren Gemeindemitgliedern werden die geplanten Gottesdienste, Gemeindenachmittage, Teestunden (Kindernachmittage) und übrigen Aufgaben bzw. Veranstaltungen stattfinden. Falls sich kurzfristig Änderungen ergeben, werden diese auch online hier oder über die Tagespresse angekündigt.

Pfarrer Norbert Merten ist unter der Telefonnummer (03 87 91) 27 75 zu erreichen. Da er selber einen großen Pfarrbezirk zu betreuen hat, kontaktieren Sie bitte für Organisatorisches
-> in Havelberg
Frau Sabine Jahnke, Tel. (03 93 87) 20 770 oder online hier)
Frau Manuela Schiffbauer, Tel. 0172-39 71 906
Büchertisch im Paradiessaal, Tel. 0152-240 266 11
-> in Nitzow
Frau Gunda Ewert, Tel. (03 93 87) 80 724

Montags jetzt Kindernachmittag – Teestunde

Teestunde im Havelberger Pfarrhaus: Katechetin Ria Preul und Kinder beim Basteln

Teestunde im Havelberger Pfarrhaus: Katechetin Ria Preul und Kinder beim Basteln

Teestunde im Havelberger Pfarrhaus: Spass bei Basteln, Geschichten und Malen

Teestunde im Havelberger Pfarrhaus: Spass bei Basteln, Geschichten und Malen

Katechetin Ria Preul freut sich, interessierte Kinder/Kids ab Vorschulalter bis 12 Jahre im Havelberger Pfarrhaus am Propsteiplatz zur “Teestunde” begrüßen zu können. Die “Teestunde” bietet Möglichkeiten u.a. für Bastelei, Singen und Geschichten.

Termine 2012
14-tägig montags, 16.00 – 18.00 Uhr:
12. März 2012
26. März 2012
16. April 2012
30. April 2012
14. Mai 2012
04. Juni 2012
Kinder aus Nitzow (und bei Bedarf auch aus Havelberg) können im Anschluss nach Hause gebracht werden!

Gemeindebrief September – November 2011

aus dem Gemeindebrief
der Evangelischen St.-Marien-St.-Laurentius-Gemeinde
in der Hansestadt Havelberg

Pfarrer Thomas Krispin - Evangelische St.-Marien-St.-Laurentius-Gemeinde in der Hansestadt Havelberg

Pfarrer Thomas Krispin - Evangelische St.-Marien-St.-Laurentius-Gemeinde in der Hansestadt Havelberg

Baum am Wasser

Liebe Gemeindeglieder, sehr geehrte Leser,

bei einer Weiterbildungsveranstaltung erhielt die Seminargruppe den Auftrag, hinauszugehen in die herbstliche Natur, sich einen Baum auszusuchen und diesen zu zeichnen. Die Ergebnisse fielen recht unterschiedlich aus. Je nach dem, welchen Schwerpunkt der jeweilige Betrachter und Zeichner setzte. Die Meisten zeichneten ihren Baum mit Wurzeln.

Ich gehörte zu denen, die sich an das Gesehene hielten und ließ die Wurzeln weg. Daraufhin wurde ich mit der Frage konfrontiert, ob mir der innere Halt fehlt und ich in diesem Leben nicht verwurzelt sei.
Natürlich weiß ich, dass ein Baum nicht nur aus Stamm und Krone besteht. Er steht nicht einfach lose auf dem Erdreich. Er hat ein umfangreiches Wurzelwerk, das ihm Standfestigkeit verleiht und ihn mit Wasser und Nährstoffen versorgt. Zusammen mit dem Sonnenlicht erhält er so seine Lebensenergie; und die Möglichkeit, anderen Geschöpfen Lebensraum zu bieten und Nahrung zu liefern. Werden die Wurzeln beschädigt, wird der Baum krank. Er stirbt ab oder ist so geschwächt, dass er den herbstlichen Stürmen nicht mehr standhält.

Der Mensch vergleicht sich gern mit einem Baum. Wir möchten standfest sein wie ein Baum und ebenso alt werden. Manch Sänger hat es schon besungen. Wir möchten auch ebenso nützlich sein. Auch hier gilt: Was ich tue, was andere an mir erleben, was von mir zu hören und zu sehen ist, hat seine Ursachen in dem, was nicht so leicht sichtbar ist. Ich lebe – und jeder Mensch lebt – aus verborgenen Tiefen. Und die sind bei Menschen wie Bäumen recht unterschiedlich. Die Frage der Seminarleiterin ließ mich einmal mehr nachdenken über das, was meinem Leben Halt, Kraft und Nahrung gibt. Was sind die Wurzeln meines Tuns? Woraus lebe ich? Da denke ich an die Familie, in der ich aufwuchs und die, in der ich jetzt geborgen bin. Ich denke an den Freundeskreis, aber auch an meine Erziehung, in der der christliche Glaube von Anfang an eine nicht geringe Rolle spielte. Die Vertrautheit mit Gott und das Vertrauen in ihn erweisen sich gerade dann als tragfähig, wenn jeder andere Halt ins Wanken gerät.
Bei Gott ist die Quelle des Lebens. Das wusste schon der Beter des ersten Psalms. Er schreibt: Wie glücklich ist, wer sich nicht nach dem Vorbild gewissenloser Menschen richtet und nicht zusammensitzt mit Leuten, denen nichts heilig ist. Wie glücklich ist, wer Freude hat an den Weisungen des Herrn, wer täglich sein Wort liest und darüber nachdenkt. Der gleicht einem Baum, der am Wasser steht; Jahr für Jahr trägt er Frucht, sein Laub bleibt grün und frisch. …

Ist das eine Erfahrung, die Sie bestätigen können? Vielleicht sind es ganz andere Worte und Dinge, die Ihnen Halt geben. Oder erleben Sie sich gerade als saft- und kraftlos. Es fehlt Ihnen der rechte Halt. Sie spüren ihre Wurzeln nicht mehr und fühlen sich wie abgeschnitten von dem, was Ihrem Leben bisher Halt und Kraft geben hat. Womit und woraus können Sie Ihr Leben nähren?

Da kann ich nur mit dem Psalmbeter einladen, sich dem Wort Gottes neu zu öffnen. Lesen Sie jeden Tag einen Abschnitt. Gehen Sie dahin, wo über Gottes Wort gesprochen wird, wo es verkündet oder diskutiert wird. Und versuchen Sie selbst, mit Gott ins Gespräch zu kommen. Sie werden erleben, wie Ihnen plötzlich neue Lebensenergien zufließen. Jesus bekräftigt das in Matthäus 4,4: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.
Wenn Sie die Wurzeln Ihres Lebens nach Gott und seinem Wort ausstrecken, werden Sie erleben, wie sich neue Zuversicht in Ihrem Leben ausbreitet, wie Ihnen neue Kraft zuströmt. Sie werden in den 27. Psalm einstimmen: Der Herr ist mein Licht und mein Heil. Vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist die Kraft meines Lebens. Vor wem sollte mir bange sein?
Mit seiner Hilfe können wir den Stürmen des Lebens trotzen und zuversichtlich in die Zukunft blicken. Auch die rauen Nebel des Herbstes und die langen Nächte des Winters werden uns nicht schrecken.

Verbunden mit herzlichen Segenswünschen grüßt
Ihr Pfarrer Thomas Krispin

Wenn ich einen grünen Zweig in meinem Herzen habe,
wird sich ein Vogel darauf niederlassen.

Sprichwort